Bei der Ankunft der Internierten am 16.
Oktober 1940 waren noch nicht einmal
Betten vorhanden. Die Internierten
besaßen nur die Wahl zwischen einer
Schlafstätte auf dem Fußboden und
einem an die Wand gelehnten Brett; sie
fanden nasse und verschmutzte
Räumlichkeiten vor, die erst durch ihren
eigenen Arbeitseinsatz bewohnbar
wurden.
Im Vorwort von Walter W.
Igersheimers 2005 publizierten
Erinnerungen unter dem Titel Blatant
Justice fassen die Herausgeber
zusammen: "In matters of health and
shelter, convicted murderers serving
time in Canadian prisons were treated
better. But the refugees were often told
that their treatment was good enough
for Jews." Trotz der Kenntnis ihres
Verfolgungsschicksals seien die
jüdischen Flüchtlinge als potentielle
Nazispione oder Saboteure verdächtigt
worden. Als kennzeichnend für die
Mentalität des Lagerkommandanten wird
ein Eintrag im Lagerbuch zitiert,
demzufolge die Internierten am 20. April
1941 zu mitternächtlicher Stunde zu
einem Sonderappell befohlen wurden,
weil man auf diese Weise Aktionen zu
Hitlers Geburtstag habe unterbinden
wollen.
Am 22.02.1941 hatte Lagerkommandant
Major Ellwood in seinem Tagebuch
notiert: "In spite of the fact that a
certain percentage may be heartily Anti-Nazi, it cannot be forgotten that they
are German-born Jews. Jews still retain
much of the same instincts they had
1940 years ago (...) The combination of
this insidious instinct and the well-known characteristic of the German
habit of breaking every pledge ever
made, is not particularly easy to handle
except by making strict discipline and
rigid enforcement of Camp rules and
regulations."
Kantine des Internierungslagers Camp N bei Sherbrooke,
Quebec/ Kanada
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