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Projekt Jakob/Jack Hahn
In Briefkontakt stand Jakob Hahn bis 1941 mit seiner Mutter, die im April 1939 nach Frankfurt geflüchtet war, und mit seinem Bruder Josef und dessen Frau Vera geb. Klebe. Während der Briefverkehr
mit seiner Mutter im November 1941 durch deren Deportation abrupt beendet wurde, riss der briefliche Kontakt mit Bruder und Schwägerin nie ab, auch wenn er zu deren Leidwesen durch längere Antwortpausen Jakobs gekennzeichnet war.

Am 19. Januar 1942 schrieb Josef an seinen Bruder Jakob in Kanada: "Hast Du etwas von unserer lieben Mutter gehört?  Der letzte Brief, den ich von ihr erhielt, war vom 9. September. Dagegen hatte Jossi diese Woche einen Brief von Tante Paula, in dem diese schreibt, dass sie von Tante Thekla und unserer Mutter keine Nachricht habe. Ich verstehe das nur so, dass diese nicht mehr an ihrem Wohnort sein können.

In Josefs Brief vom 20. Mai 1942 hieß es an seinen  Bruder in Kanada hieß es:

"Wir müssen uns daher damit abfinden, dass unsere liebe Mutter das Schicksal so vieler anderer teilt und von diesen Gangstern deportiert worden ist.  Es ist natürlich schrecklich, von dem einzigen Menschen, der uns noch von unserem Hause verblieben ist, nicht mehr zu wissen, wo und wie er lebt, aber wir können uns keine Vorwürfe machen und müssen unseren Kopf oben behalten, um im erst möglichen Augenblick helfend einzugreifen. "

Möge es uns bald vergönnt sein, das Ende dessen zu sehen, der all dies Furchtbare über uns und die Welt heraufbeschworen hat und damit die Möglichkeit, dass wir drei in Frieden und Freude zusammen kommen und unserer Mutter, dass ihr in ihrem Alter verdiente ruhige Leben verschaffen können.



  
Jakobs Mutter Rosa Hahn, (hinten rechts) und deren Schwester Thekla, verh. Levi (hinten links), davor (links) Theklas Tochter Rosi, wohnten nach ihrer Übersiedlung nach Frankfurt am Main in dem Haus Liebigstraße 24 - bis zu ihrer Deportation im November 1941. In der Bildmitte Jakob Hahns Großmutter Jette Nußbaum
Am 20. Mai 1942 schrieb Josef Hahn aus Tel Aviv an seinen Bruder Jakob in Kanada: "Wir müssen uns daher dami abfinden, dass unsere liebe Mutter das Schicksal so vieler anderer teilt und von diesen Gangstern deportiert worden ist." Klick: Vollbild 
  
 © Otto Abbes