Von seinem Wohn- und Geschäftshaus waren es nur etwa hundert Meter, um die neben der
jüdischen Schule (1. Haus links) gelegene Synagoge zu erreichen. Für den streng religiös
lebenden Jakob Hahn war der Besuch der Synagoge keine Angelegenheit, die sich auf den
Gottesdienst am Sabbath beschränkte, sondern eine fester Termin in seinem Tagesplan.
Dazu Enkeltochter Hannelore Hahn (New York): "Opa Jakob hatte keinen weiten Weg zu
seiner Bank und der Synagoge. Der eine führte ihn ins Erdgeschoß und der andere in die
Schul auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ins Erdgeschoß und über die Straße zu
gehen entsprach genau seinen Vorstellungen. Diese kleine Welt genügte ihm. Vor dem
Frühstück ging Opa Jakob in die Synagoge, um seine Morgengebete zu sprechen. Er
und die anderen Juden aus dieser kleinen hessischen Gemeinde trugen dann ihre
schwarze Kippa und Gebetstücher. Sie sprachen die Gebete auf hebräisch und brachen
zwischendurch in Klagen aus."