Der fünfköpfigen Familie des
Schuhmachermeisters Willy Katz war es in
1940 noch gestattet worden, legal durch
Russland nach Wladiwostok, von da auf
einem japanischen Dampfer über den
Pazifischen Ozean nach Los Angeles und
weiter nach Quito in Ecuador
auszuwandern. Wie sich der damals 10-jährige Herbert Krause in 2004 erinnert,
hatte sein Vater Johannes, der in
Nentershausen als Schmiedemeister auch
ein Taxi unterhielt, Willy Katz und seine
Frau mit den drei Jungen "bei Nacht und
Nebel" mit dem Auto nach Eichenberg an die
Bahn gebracht. Ein Jahr später ließ Willy
Katz seinen Vater Jakob Katz II. und dessen
Schwester Jettchen nachkommen.
Ecuador war eines der wenigen Länder, die
jüdische Flüchtlinge einreisen ließen. Ca.
4000 waren es insgesamt. Als
"Vorzeigegeld" wurden vom jeweiligen
Familienvorstand zwischen 400 und 1000
US-Dollar verlangt, nur landwirtschaftliche
oder handwerklich-industrielle Betätigung
war gestattet.
Ein gleichlautendes Schreiben wie das an
seinen Onkel Wolf Katz in Nordhausen
ermöglichte Willy Katz und seiner Familie in
Nentershausen im Oktober 1940 die rettende
Ausreise.
Klick: Polizeiliche
Abmeldung in
Nentershausen am
15.10.1940