Und dann bin ich nach
England, nach London. Dort
war ich Hausangestellte für
ein paar Monate. Der Krieg
fing dann ja an und der Blitz
kam. Wir sind nicht
ausgebombt worden. Wir
waren in London, aber
outside London, Finchley.
Das gehörte zu London, aber
es war außerhalb, es war
nicht in der Stadt. Dann
wurde es doch immer
schlimmer. Diese Leute
hatten zwei Kinder, ein Junge
und ein Mädel. Die sind dann
aufs Land gegangen und
haben mir eine Stelle
verschafft. Diese waren
deutsche Juden, und wir
haben nur deutsch geredet.
Ich konnte kein englisch
sprechen.
Der Bezirk Golders Green im Stadtteil Finchley, wo Sophie Linz im Sommer
1939 als Hausmädchen in der jüdischen Familie Hochfeld angestellt war, ist
auch heute noch ein Zentrum traditionellen jüdischen Lebens in London. Die
Hochfelds waren Inhaber einer Großhandelsfirma, die Obst exportierte und
importierte, mit Niederlassungen in mehreren europäischen Staaten.