Und dort haben sie (die Hochfelds) mir eine Stellung gesucht bei einem, den sie kannten, bei einem Professor an der University of Manchester. Und dies waren Christen. Die haben mich aufgenommen, auch als Hausangestellte. Aber waren wunderbar zu mir, da war ich wie ihre eigene Tochter. Sie hatten zwei Jungens, Zwillinge, und zwei Mädchen, Zwillinge. Natürlich, ich sprach kein englisch, aber das ging schnell, das hab’ ich schnell gelernt.

Inzwischen hatte ich immer wieder Post von meinen Eltern durch das Rote Kreuz und ich konnte auch wieder antworten.
Eines Tages bekam ich einen Rotekreuzbrief von meinem Onkel. Der schrieb: Fanny und Hermann - das waren meine Eltern - sind zu Besuch nach der Schwiegertochter gefahren.
Mein Bruder heiratete in Israel eine polnische Jüdin, die auch in Israel war,
die ist von Polen weg. Und da dachte ich, die sind nach Auschwitz geschickt
worden. Denn sie kam ja von Polen. Natürlich war ich sehr, sehr, sehr betrübt und hatte beinahe einen Nervenzusammenbruch. Und diese Leute merkten das, ich war nicht mehr ich.