Bernhard Plaut war der Sohn von Abraham Plaut Foto unten) und Bruder von Fanny Plaut (Ehefrau von Hermann Linz I) In dem Brief gibt Dr. L. Neuhaus Auskunft über das Schicksal von Abraham Plaut, Bernhard Plauts Vater und über den Weg von Sophie Linz' Eltern Hermann und Fanny Linz, der von Frankfurt nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz führte. Fanny Linz' Bruder Bernhard war im Mai 1937 die Ausreise nach Argentinien gelungen - zusammen mit Ehefrau Klara, den Töchtern Ruth und Betty und Sohn Gotthelf.
  
Aufklärung über Eltern
Jetzt komme ich wieder auf meine Eltern zurück. Ich bin vor etwa 7 Jahren in New York gewesen und habe meinen Vetter besucht, der zu der Zeit mit dem Kindertransport von Hamburg nach England ist. Ich bin ja später nach Amerika. Und er ist dann auch nach Amerika zu einem Onkel gekommen und hat dann geheiratet, hat zwei Kinder - dem ging es gut. Jedenfalls habe ich ihn vor sieben Jahren besucht, und da gab er mir einen Brief, den ich Ihnen geschickt habe, wo ich erst mal ’rausgefunden habe, was mit meinen Eltern passiert ist. Denn sie sind seinerzeit ja nicht gleich nach Auschwitz.
1942 sind meine Eltern von Frankfurt nach Theresienstadt geschickt worden, mit meinem Großvater, dem Vater meiner Mutter, der war da 93 Jahre alt. Die waren zwei Jahre dann in Theresienstadt. Und wie ich in dem Briefe las, hat mein Vater immer den ganzen Tag gearbeitet hat für ein extra Stückchen Brot. Und in `44 haben sie meine Eltern nach Auschwitz geschickt und wollten auch meinen Großvater, der war ja inzwischen 95 Jahre alt, schicken. Aber der ist dann an Hunger - oder starvation, wie man das hier nennt - gestorben. Und jetzt weiß ich, was mit ihnen passiert ist. Natürlich, als ich in Amerika war, und der Krieg war zu Ende, da hab’ ich an das Rote Kreuz geschrieben, um herauszufinden, wo meine Eltern sind. Wenn ich gewusst hätte, dass sie in Auschwitz waren, dann hätte ich sie vielleicht gleich finden können. Jedenfalls hatte ich die Antwort, sie könnten sie nicht finden. Und ich habe es immer wieder versucht. Ich kann nur auf den Brief gehen, den dieser Mann an meinen Vetter geschickt hat - was er sagte.
  
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Brief (oben S. 1, unten S. 2) von Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus an Bernhard Plaut, von dem Sophie Linz als ihrem Vetter in New York spricht.
Abraham Plaut (1855 - 1942), der Vater von Fanny Linz, geb. Plaut
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