Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus nennt in dem Brief vom 30.11.1948 an Bernhard Plaut den 18. September 1942 als Deportationstermin für Hermann und Fanny Linz. Der letzte "reguläre" Deportationszug  verließ Frankfurt am 15. September 1942 und kam einen Tag später in Theresienstadt an. Monica Kingren konnte ermitteln
("Nach der Kristallnacht". Jüdisches Leben und antijüdische Politik in
Frankfurt am Main
1938-1945, S. 378f.), dass
die Mehrzahl der insgesamt
1.378 zu diesem Termin
Deportierten älter als
65 Jahre war und ein großer Teil von ihnen nach
den Pogromen vom
November 1938 in Frankfurt Zuflucht gesucht hatte. Vor der Verschleppung aus Frankfurt wurden sie
zunächst in ein Sammellager im Rechneigraben
gezwungen. Über den Abtransport aus Frankfurt
gibt es einen
Bericht von Ferdinand Levi, der Theresienstadt
überlebte: "Zwei Tage und zwei Nächte verbrachten wir
in dem früheren Jüdischen Altersheim (...). Durch Beamte der Gestapo wurde festgestellt, daß alle zum Transport bestimmten Personen zugegen waren. Diese Personen und ihr Gepäck wurden dann scharf überprüft. Anwesend war
auch je ein Gerichtsvollzieher, der im Auftrage des Regierungspräsidenten den Ausbürgerungsbescheid zustellte, durch den das Vermögen zu Gunsten des Deutschen Reiches verfallen war. Auf Lastwagen stehend oder auf unserem Bündel hockend wurden wir zu einem offenen Bahngeleise, nahe dem Osthafen, befördert. Auf dem ganzen Weg wurden wir von einer johlenden Menge beschimpft und verhöhnt. 'Schlagt sie doch tot, zu was die teuren Kohlen für den Transportzug!' Immer wieder diese Zurufe, offenbar einstudiert. Lange, lange standen wir, bis endlich ein Zug eingetrudelt kam, (...)
wir erreichten unser Ziel. Eine Anzahl Toter und einige, die sich unterwegs das Leben nahmen."
Am 16. September 1942 kam
der Transport in Theresienstadt an, es war der 9. Massentransport jüdischer Menschen aus
Frankfurt am Main.  Der Recherche von Monica Kingreen entnehmen wir, dass im Juli
1944 bereits mehr als die Hälfte der am 15. September 1942 aus Frankurt Deportierten in Theresienstadt verstorben war, 326 waren in die Vernichtungslager, vor allem
nach Auschwitz gebracht
worden. Laut Rabbiner Dr. Neuhaus führte der Weg von Hermann und Fanny Linz am 15. Oktober 1944 von
Theresienstadt nach Auschwitz. Offenbar gehörten die beiden zu den 333 Personen des
Transports von Frankfurt nach Theresienstadt vom 15. Sept. 1942, die im Juli 1944 noch lebten, dann aber in die Gaskammern von Auschwitz gehen mussten. Das gleiche Schicksal wie Hermann und Fanny Linz erltt der Rotenburger Adolf Speier, der Vater von Ilse Speier (jetzt Yehudith Epstein).
Die nach Theresienstadt deportierten Juden hatten zuvor zwangsweise einen „Heimeinkaufsvertrag“ abgeschlossen, der die Übertragung ihres gesamten Vermögens an die "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" vorsah und als fiktive Gegenleistung die lebenslange Nutzung eines Heimplatzes in Theresienstadt vorsah. Das von der Reichsvereinigung
eingesammelte Vermögen
wurde am Ende von der Gestapo beschlagnahmt.
  
(oben) Schematischer Organisationsplan der "Abfertigung" der zu Deportierenden im Keller der Frankfurter Großmarkthalle
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(rechts)
Ankunft eines Transports in Theresienstadt
(Zeichnung v. Leo Haas)