Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus, Detroit, 30. Nov. 1948
an Mr. Bernard Plaut, New York

Sehr geehrter Herr Plaut
Im Besitze Ihres Schreibens von Nov. 28, 1948, teile
ich Ihnen mit, daß die von Ihnen Gefragten sämtliche Bekannte von mir waren, umsomehr
als meine Verwandten Jakob Katz und Frau geb. Neuhaus aus Rotenburg/ Fulda mit denselben im gleichen Hause, Habsburger Allee 16, Frankfurt/ Main wohnten und ich sie oft über unsere allerschlechte
Lage tröstete. Leider sind alle Informationen, die ich Ihnen geben muß, sehr trauriger Art.
Ihr Vater sel. A. Abraham Plaut ist in der Tat am 15. September 1942 in Theresienstadt
gestorben. Mit ihm war es eigenartig, er sollte ursprünglich bereits am 19. Oktober nach
Litzmannstadt transportiert werden, so stand es auch
auf den Listen; er wurde aber wegen Krankheit zurückgestellt. Er kam am 18.8.42 nach Theresienstadt und ist dort 15.IX.1942 an Unterernährung gestorben. Es war an sich schon eine Gemeinheit, einen solchen alten Mann abzutransportieren, aber was kümmerte
das die Gestapo?
Hermann Linz, mit dem ich auf der Schulbank in Rotenburg gesessen habe, kam mit seiner Frau Fanny geb. Plaut ebenfalls nach Theresienstadt - am 18. September 1942 - mit Transport der von Robert
Strauß u. Hugo Bondi - beide Frankfurt -