Dem Besuch 1993 in seiner
hessischen Heimat war ein
früherer Besuch vorangegangen,
bei dem Moshe Naveh es nicht
über sich gebracht hatte, von sich
aus mit ehemaligen Landsleuten in
persönlichen Kontakt zu treten.
Allzu sehr waren seine
Empfindungen noch durch die
Erinnerung an die Bedrohungen
und Demütigungen geprägt, die
er hier erfahren hatte. Er wollte
mit einem Menschen in
Berührung kommen, der ganz
konkret sich an den Verfolgungs-
und Vernichtungsaktionen vor
1945 beteiligt hatte. „Wo waren
diese Hände, vielleicht klebt Blut
daran?“ - das war die
Empfindung, die sich ihm
aufdrängte, wenn er
„Zeitgenossen“ begegnete.
So groß war die Verbitterung des
aus seiner Heimat Vertriebenen,
dass es ihm schwer fiel, jemandem
die Hand zu geben, über dessen
Aktivitäten in der Nazizeit er sich
im Unklaren sein musste.
1988: Moshe Naveh/ Manfred Oppenheim (links), daneben seine Frau Naomi.
Shimon Landsberg (rechts), Sohn des ehemaligen jüdischen Lehrers Isidor
Landsberg, überreicht Bürgermeister Böhmer im Hersfelder Rathaus eine von ihm
geschaffene Kupferradierung. Die Stadt Bad Hersfeld hatte die früheren
Hersfelder zu einem offiziellen Besuch ihrer Heimatstadt eingeladen, wo sie von
Verkehrsamtsleiter Siegurd Koch intensiv betreut wurden, mit dem Moshe Naveh
bis heute in regem, freundschaftlichen Kontakt geblieben ist.
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Moshe Navehs Vorfahren aus Erdmannrode/ Niederaula