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Während Moshe das Leben in der neuen Umgebung meisterte, schaffte sein Vater Siegfried Oppenheim es nicht, in seiner neuen, so ganz anderen Lebensumgebung, wie er sie in Palästina vorfand, Fuß zu fassen. Die Demütigungen und der Ruin seiner Existenz in seiner hessischen Heimat, konnte er nicht verkraften. So sah er für sich keinen anderen Ausweg als den Freitod. In seiner tiefen Verzweiflung über sein zerstörtes Leben stürzte er sich wenige Monate nach der Ankunft in Palästina in einen Brunnen.

Bei seinem Besuch in Rotenburg im November 1993 äußerte Moshe Naveh die Vermutung, dass seine eigene Berufswahl als Wasserbauingenieur ihre tiefere Ursache in der traumatischen Erfahrung des väterlichen Todes im Wasser gehabt haben könnte.

Für Siegfried Oppenheim war die NS-Machtergreifung und die damit verbundene Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft die völlige Zerstörung einer Lebensperspektive, die von dem Erlebnis des Dienstes in der kaiserlichen Armee und von der Erinnerung daran geprägt war.
 
 
  
Auch Siegfrieds Brüder Simon (1. von links), Isaak (1. von rechts) und Julius (2. von rechts) trugen Soldatenuniform, stolz posierten die vier Brüder vor dem Fotografen.