Seine ersten Berufsjahre (1942-1947) verbrachte Moshe Naveh bei einem Tel Aviver Unternehmen, das Pumpen
in Tiefbrunnen einbaute. Dort brachte er es bis zum selbstständig arbeitenden Pumpenmonteur. Nebenbei aber
vertiefte er sich in ingenieurwissenschaftliche Fachliteratur und suchte qualifizierte Weiterbildung bei Kollegen
seiner Firma. Ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule in Haifa stand in jenen Jahren nicht zur
Debatte, dafür fehlten ihm die finanziellen Möglichkeiten. Seiner Mutter in ihrem Existenzkampf zu helfen, war ihm
in jenen Jahren ein selbstverständliches Gebot, sodass zunächst nur ein Selbststudium in Frage kam.
Im neugegründeten Staat Israel zeigte sich bald ein immer größer wertender Wasserbedarf, sodass die
Versorgung mit dem kostbaren Nass nicht privaten Firmen überlassen werden konnte.
Ab 1950 sah sich Moshe Naveh daher in der Rolle desjenigen, der nicht nur selbst Brunnen baute, sondern einen
halbstaatlichen Auftrag umzusetzen hatte, nämlich in großem Stil Montageteams für den Bau von
Brunnenanlagen, Wasserwerken und Pumpstationen auszubilden. Die besondere Erschwernis lag bei diesem
Auftrag u.a. darin, auch Leute ohne jegliche technische Vorbildung einzusetzen, die so wie er ins Land
gekommen waren, weil sie sich hier ein Leben frei von täglicher Diskriminierung und Verfolgung erhofften. Sich
dieser Herausforderung zu stellen - darin sah Moshe Naveh eine besondere Triebfeder für seinen nimmermüden
Arbeitseinsatz in seiner neuen Heimat.