Der "Tag von Potsdam": Mit der "Machtergreifung" Hitlers vom 31. Januar 1933 war
der Weg zur Diktatur beschritten. Es folgte am 21. März die Eröffnung des neugewählten
Reichstages unter Reichskanzler Adolf Hitler. Dieser "Tag von Potsdam" wurde
praktisch zum Nationalfeiertag erhoben und die Massen jubelten. In den Schulen fiel der
Unterricht aus, stattdessen mussten die Lehrer mit den Schülern die politischen Reden
am Radio hören und das große Ereignis nach Dienstvorschrift entsprechend würdigen.
Überall fanden vaterländische Kundgebungen und imponierende Fackelzüge statt, so
auch in Burghaun und Hünfeld. Der Hünfelder Bürgermeister Dr. Daniel beschwor in
seiner Ansprache den Geist Friedrichs des Großen und den Anbruch einer neuen Epoche.
Vom nationalen Pathos erhoben und von den pompösen, weihevollen Massenkundge-bungen der Nazis fasziniert und benebelt, glaubten anfangs auch gebildete Leute an einen
nationalen Neubeginn nach dem Scheitern der ”Weimarer Republik”, und man übersah
bereitwillig die ersten Anzeichen der Gewaltherrschaft.
Das Hünfelder
Kreisblatt vom
23.3.1933
berichtete in einer
üblen Mischung aus
nationalem Pathos,
Religion und dem
Geist Friedrichs des
Großen .....
Leben unter dem Hakenkreuz bis zur "Kristallnacht"