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Auch Joseph Strauss kam ins Gefängnis in Hünfeld, wurde aber wegen Krankheit nicht nach Buchenwald verschleppt. Der Amtsarzt attestierte ihm Haftunfähigkeit, worauf man ihn am folgenden Tag, ein Freitag, entließ.  Alfred Strauss erinnert sich noch an diese Tage: 
"Mein Großvater hatte mich ja von Kassel wieder nach Hünfeld zurückgeholt, aber die Synagoge habe ich noch in Flammen stehen sehen, das Brennen habe ich fest in Erinnerung. Ich weiß auch noch, dass alles sehr dramatisch war. Mein Vater wurde gefangen genommen, aber er hat Glück gehabt, dass er nicht nach Buchenwald deportiert worden ist. Er war im Rathaus im Gefängnis, aber nicht sehr lange, denn ich kann mich erinnern, dass wir am Freitag Abend zusammen gegessen haben, und mein Vater war am Tisch mit uns. Ich erinnere mich, dass er sehr aufgeregt war, als er aus dem Gefängnis kam an dem Freitag danach. Diesen Abend hab ich immer im Gedächtnis, wie er Kiddusch gemacht hat mit einer ganz gebrochenen Stimme. Mein Vater war sehr niedergeschlagen aufgrund dieser ganzen Erlebnisse. Die Synagoge hatte ihm sehr am Herzen gelegen, er war ja Vorstand von der jüdischen Gemeinde zu der Zeit. Später hat er mir erzählt, dass er noch hingerannt ist und wollte die Thorarollen retten, aber es war nichts mehr zu machen. "
 
Joseph und
Lilly Strauss 1938
Von der "Kristallnacht" bis zur Deportation