Gertrude Kraus:
Schon im Jahr 1938 war Josephs Betrieb praktisch zu Grunde gerichtet, die
Familie Strauss hatte kaum noch Einkünfte, sie war wirtschaftlich ruiniert.
Frau Kraus wusste zu berichten, dass ein Geschäftsfreund in dieser
schlimmen Zeit immer mal geholfen habe:
"Und da wird das gewesen sein, dass die Vogts -Feinkost Vogt am
Rathausplatz- dann den Herrn Strauss unterstützt haben. Die Frau Frank geb.
Vogt war eine Schulkameradin von mir, und da haben wir öfters über diese
Zeit gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass ihr Vater, der Joseph Vogt, dem
Herrn Strauss oft geholfen hat, mit Lebensmitteln und irgendwie, als die
schlechte Zeit war. Die waren Geschäftsleute, die unter sich einig waren. Aber
gegenüber von Strauss war der Adlerwirt, der Hodes, ein Nazilokal. Und was
für ein Nazi das war! Die passten dann auf die Straussens auf! Aber ihr
Schicksal hat sie erreicht. Der Adlerwirt war über die Straße weg, wo heute
das Aldi steht.
Der Schützenhof (Lühn) auf der anderen Seite auf der Ecke- das sind humane
Leute gewesen, ich denke nicht, dass die den Straussens irgendwas angetan
haben. Aber unten neben der Bäckerei Marschall da war der dicke Nazi-Lühn.
Das war am Niedertor neben dem jetzigen Cafe Marschall, wo die Nazis sich
trafen. Das ist heute noch ein Gasthaus im Familienbesitz.